Junge Frau mit geistiger Behinderung kurz nach ihrem 18. Geburtstag nach Serbien abgeschoben – Verein kritisiert unmenschliches Vorgehen

[Freudenberg] Am 27. März 2025 wurde Ardita*, eine Klientin unserer Fachstelle für unbegleitete minderjährige Geflüchtete, unmittelbar nach Vollendung ihres 18. Lebensjahres in ihr Heimatland Serbien abgeschoben. Der Verein für soziale Arbeit und Kultur Südwestfalen e.V. verurteilt dieses Vorgehen der Ausländerbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein aufs Schärfste.

Festnahme in der Ausländerbehörde

Ohne schriftliche Ankündigung oder Vorbereitungszeit nahm die Polizei Ardita während eines Termins zur Verlängerung ihrer Aufenthaltspapiere in der Ausländerbehörde fest und überführte sie noch am selben Tag nach Serbien. Ihre Betreuer aus der Jugendeinrichtung in Freudenberg reisten kurzfristig nach, um wenigstens die Unterbringung und weitere Betreuung vor Ort zu klären.

Besondere Schutzbedürftigkeit ignoriert

Erst in diesem Jahr diagnostizierten Ärzte bei Ardita eine geistige Behinderung – sie gehört damit zu den vulnerabelsten Gruppen unserer Gesellschaft. Die Fachstelle und eine Rechtsanwältin arbeiteten an einem Bleiberechtsantrag, doch das entscheidende ärztliche Gutachten lag zum Zeitpunkt der Abschiebung noch nicht vor. Eine notwendige Abstimmung zwischen Jugendamt und Ausländerbehörde unterblieb offenbar.

Gefährdete Zukunft in Serbien

Aufgrund ihrer familiären Situation droht Ardita in Serbien eine ungewisse Zukunft. Aus den alten Strukturen ist sie wegen Gewalt in der Familie geflohen. In genau diese Strukturen wurde sie nun wieder hineingebracht. Gewalt, Obdachlosigkeit und Verwahrlosung sind ihre wahrscheinlichen Perspektiven. Weder staatliche Unterstützung noch familiäre Hilfe sind vorhanden. Die abrupte Abschiebung einer psychisch beeinträchtigten Jugendlichen ohne Sicherheitsnetz ist nicht nur rechtlich fragwürdig, sondern ein moralischer Skandal.

Forderung nach Konsequenzen

Dieser Fall verdeutlicht erneut: Diese Abschiebepraxis trifft die Schwächsten der schutzbedürftigen, jungen und erwachsenen Menschen besonders hart. Wir fordern eine lückenlose Aufklärung des Vorgehens und eine sofortige Rückkehroption für Ardita.

Diesen neuen Abschiebungsfall werden wir dem Projekt “Abschiebungsreporting NRW” berichten. Es macht inhumane Aspekte der Abschiebungspraxis in NRW an Einzelfällen
öffentlich, informiert parteiisch in ausführlichen Berichten und dokumentiert besondere Härten bei Abschiebungen.

*Name geändert

Beitragsbild: Pixabay

Gül Ditsch in den Ruhestand verabschiedet

Gül Ditsch in den Ruhestand verabschiedet

Gül Ditsch kam 1997 zu uns. Nach ihrem Studium der Sozialpädagogik brachte sie ihre Erfahrungen und ihr Wissen in dem neu gegründeten Antidiskriminierungsbüro (ADB) beim Verein für soziale Arbeit und Kultur Südwestfalen e.V. ein. Eine spannende Zeit, denn das Siegener ADB war eins von neun landesweit geförderten Projekten, auf das von Beginn an auch der landespolitische Fokus lag. Es galt Aufbauarbeit zu leisten und viele neue Ansätze für die Antidiskriminierungsarbeit zu entwickeln.  Im Siegener ADB hat Gül sowohl Menschen beraten, die Diskriminierung erlebt hatten, wie auch eine neue und wertvolle Präventionsarbeit (z.B. in Seminaren mit Mitarbeitenden von Behörden und Polizei) aufgebaut.

Über die Jahre hat sich so ein großes Netzwerk entwickelt, mit dem sie immer wieder Aktionen und Veranstaltungen zum Thema Rassismus und Diskriminierung organisiert und gestaltet hat.

Gül war im Laufe der 27 jährigen Arbeit bei uns auch in anderen Bereichen tätig: in der Erwerbslosenberatung und in der Beratung von Geflüchteten in der Erstaufnahmeeinrichtung in Burbach.

Während all der Jahre blieb aber die Arbeit gegen Rassismus und Diskriminierung ihr Hauptanliegen. Hier arbeitete sie beispielsweise mit großem Engagement beim Runden Tisch der Religionen mit.

Neben ihrem beruflichen Engagement engagierte sich Gül auch politisch. So wirkte sie lange Jahre im Ausländerbeirat der Stadt Siegen mit, dessen Vorsitzende sie auch einige Jahre war.

Nun haben wir Gül Ditsch in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Er sei ihr gegönnt, wenngleich wir auch bedauern, dass uns ihre Sachkompetenz und ihr Engagement nun fehlen. Trotzdem: Alles Gute und eine gute Zeit im Ruhestand.

Karneval bei VAKS

Karneval bei VAKS

Über die Karnevalstage hier in Siegen-Wittgenstein besuchten tolle Gäste unsere Einrichtungen. Der Schmettervaks war in unseren 3 Kindergärten unterwegs und Vaksi der Clown machte mit den Kids der OGS Kaan die Turnhalle zum Partysaal.

Programm der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2025

Programm der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2025

Die Internationale Wochen gegen Rassismus stehen vor der Tür!
Vom 1. bis zum 30. März 2025 setzen wir unter dem Motto «Menschenwürde schützen» mit unseren Angeboten ein Zeichen für ein wertschätzendes und respektvolles Miteinander.

Auch in diesem Jahr hat das Netzwerk gegen Diskriminierung die Zusammenstellung des Programms koordiniert und einen Flyer erstellt.

Wir laden Sie herzlich ein, sich an den Veranstaltungen zu beteiligen und den beigefügten Programmflyer in Ihren Netzwerken zu teilen. Wir freuen uns auf Ihre aktive Teilnahme und Unterstützung!

Mehr über das Netzwerk: vielfalt-statt-diskriminierung.de

Programmflyer hier herunterladen.

Surf on, Europe!

Surf on, Europe!

Filmabend und Podiumsdiskussion mit dem Regisseur Lukas Steinbrecher

(im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus)

Zerrissen zwischen der Freiheit der Wellen und gesellscha4lichen Zwängen ringen im Dokumentarfilm “Surf on, Europe!” drei Surf-Begeisterte mit sozialen und politischen Hürden.

Majid, ein Kitesurf-Lehrer in Tarifa, Spanien, sehnt sich nach seiner Familie, die aufgrund von Visabeschränkungen in Marokko feststeckt. Er bahnt sich seinen Weg durch den Dschungel der Bürokratie, um ihnen die Möglichkeiten eines europäischen Passes zu bieten.

In Biarritz, Frankreich, stellt Margaux Geschlechterstereotypen in der heteronormativen Surfszene infrage. Genervt von sexistischen Klischees organisiert sie mit Freund*innen das erste LGBTQ-freundliche Surf-Festival Europas.

Aufgewachsen im Nordirlandkonflikt, entkam Rosy den Unruhen in Derry durch das Surfen. Inmitten einer tief gespaltenen Gesellscha4 sucht der Surfboard-Shaper nach Halt, während er sich selbstständig macht.

„Surf on, Europe!“ erforscht Europas Versprechen von Freiheit und die anhaltenden Herausforderungen, die es bedrohen.

 

Wann: 25.03.2025, 19:00 Uhr. Einlass 18:30 Uhr
Wo: Kurbelkiste, St.-Johann-Straße 18, 57074 Siegen

Veranstaltende: Kommunales Integrationszentrum Kreis Siegen-Wittgenstein, Kreissportbund Siegen-Wittgenstein e.V., Mediathek gegen Rassismus und Diskriminierung, VAKS e. V. und Filmklub Kurbelkiste e.V.

Eintritt frei
Keine Anmeldung erforderlich

 Logo VAKS Siegen       

Aktuelle Shoah-Literatur für Kinder und Jugendliche

Aktuelle Shoah-Literatur für Kinder und Jugendliche

Workshop (im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus)

Nach unserem ersten Workshop über „Jüdisches Leben und Kultur in literarischen Texten der Gegenwart“ setzen wir die Reihe fort.

Die Shoah ist ein zentrales Thema in der Erinnerungskultur und wird in zahlreichen literarischen Werken für junge Leser*innen behandelt. Doch wie erzählt man eine so komplexe Geschichte altersgerecht? Welche Herausforderungen ergeben sich bei der Darstellung von Trauma, Erinnerung und historischer Verantwortung in der Kinder- und Jugendliteratur?

Im Workshop betrachten wir aktuelle Werke, analysieren deren inhaltliche und stilistische Gestaltung und diskutieren, wie diese Literatur zum Verständnis der Vergangenheit beitragen kann. Dabei werden auch didaktische Fragen thematisiert: Wie kann Shoah-Literatur im Unterricht eingesetzt werden? Welche Chancen und Grenzen gibt es bei der Vermittlung an junge Leser*innen?

Eingeladen sind nicht nur in Schule tätige Menschen, sondern alle, die mehr über jüdisches Leben und Kultur lernen und sich austauschen wollen.

Wann: 26.03.2025, 15:00 Uhr
Wo: Mediathek gegen Rassismus und Diskriminierung, Sandstraße 28, 57072 Siegen

Veranstaltende: Friederike Wille (Regionale Schulberatungsstelle für den Kreis Siegen Wittgenstein, Fachkraft für Systemberatung Extremismusprävention), Jana Mikota (Universität Siegen), Mediathek gegen Rassismus und Diskriminierung, VAKS e.V.

Kosten: keine
Anmeldung erforderlich: mediathek@vaks.info